«Das haltisch ja im Chopf nid üs!»
Die Theatergruppe der Trachtengruppe Altdorf engagiert sich seit über zehn Jahren dafür, dass es in Altdorf noch immer ein Dorftheater zu sehen gibt. «Alt-Dorftheater» bringt im April mit «Diamante im Stroh» eine Komödie in drei Akten von Claudia Gyselauf die Bühne. Der Schwank will zum Dorfleben beitragen und für unbesorgte, lustige Momente und Lacher sorgen.
Die junge Bäuerin Barbara Mosimann hat ihren Mann verloren und versucht mit aller Kraft, den Hof alleine weiterzuführen. Einen Partner zu finden ist nicht einfach. Mit Philipp, dem Dorfpolizisten, könnte sie es sich vorstellen. Doch beide sind extrem schüchtern. Der reformierte Pfarrer Biedermann hat ebenfalls ein Auge auf Barbara geworfen, was Line, die geschwätzige Nachbarin, stets zu fördern versucht. Als Einnahmequelle wird «Schlafen im Stroh» angeboten. Doch die ersten Gäste sind mehr als obskur. Ein Gaunerduo sucht nach einem Diamantenraub Unterschlupf. Und Viola, die Managerin, sucht Zerstreuung auf dem Lande. Dann ist da noch Catherine – hübsch, reich, verwöhnt und mit dem «besonderen» Pullover und ebensolchem IQ. Das Chaos ist vorprogrammiert!
Rechts: «Min Liebä, sind si dr Puur vo däm Hof? Nei, ich bi dr Seelsorger vom Dorf.»
«Alt-Dorftheater spielt Volkstheater für alle. Unsere Aufführungen sollen der ganzen Bevölkerung einen lustigen und unbeschwerten Abend ermöglichen», beschreibt Bruno Gisler das Ziel der Theatergruppe des Trachtenvereins Altdorf. Der 67-jährige Bruno Gisler spielt schon über 45 Jahre Theater, ist Initiant von Alt-Dorftheater und führt seit ein paar Jahren als Schauspieler gleichzeitig auch Regie. «Es ist die Freude am Theaterspielen und am Auftreten, welche uns alle antreibt», sagt Michelle Arnold, langjährige OK-Präsidentin und Mitinitiantin von Alt-Dorftheater.
«Wir haben, als sich die Trachtengruppen Altdorf und Bürglen für den Heimatabend in Bürglen vereinten, blindlings beschlossen, ein eigenes Theater auf die Beine zu stellen. Wir wollten das Theater unbedingt weiterhin in Altdorf aufführen», blicken Bruno Gisler und Michelle Arnold zurück. «Wir hatten nur 1000 Franken Budget, hielten 10 Franken Eintritt für überrissen und haben uns für eine Türkollekte entschieden. Beide Aufführungen waren ausverkauft», erklären sie. «Heute ist das Budget grösser. Wir wollen trotzdem einfach bleiben und ein Volkstheater für alle und für jedes Portemonnaie aufführen. Die Kollekte konnten wir – dank Sponsoren und kostenloser Mithilfe – bis heute beibehalten.»
Rechts: «Schnell Lorenz, rief dr Polizi, bevor diä merket, dass ine eppis isch abhandä cho.»
«Ich freue mich jeweils auf den Moment, wo alles sitzt und wir das Stück vor Publikum aufführen können», sagt Simon Zurfluh alias Dorfpolizist. «Ich finde die Wechselbeziehung mit dem Publikum und wie es reagiert spannend.» Stefanie Hanselmann, welche die junge Bäuerin spielt: «Ich schlüpfe gerne in eine andere Rolle. Bei Alt-Dorftheater gefällt mir speziell, dass ich sehe und erlebe, wie ein Theater von Grund auf entsteht.» Bruno Gisler umschreibt das Spannende der Regie: «Was kann ich aus jemandem herausholen? Wie kann ich Gestik, Mimik und Handlung gestalten, damit eine Szene gut rüberkommt und zu den Stärken des Schauspielers passt? Der verliebte Pfarrer, zum Beispiel: Er darf Barbara nie berühren; seine Annäherungen nur andeuten!». Stefanie Hanselman, die Bäuerin, dazu: «Pfarrer Biedermann ist im echten Leben mein Ehemann. Aber im Stück kann er nicht bei mir landen!», lacht sie herzhaft.
Viele der Mitwirkenden haben schon oft Theater gespielt und haben – wie sich bei einer Probe schnell zeigt – viel schauspielerische Erfahrung und Bühnenpräsenz. «Diamante im Stroh» ist eine sehenswerte Komödie, ein Volkstheater, das für Lacher und Spannung sorgt. Alt-Dorftheater würde es sehr freuen, für Sie zu spielen. Ein Besuch lohnt sich.
Diamante im Stroh |
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Aufführungen, Mehrzweckgebäude Winkel:
Infos & Tickets unter: www.alt-dorftheater.ch |
Wettbewerb
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Dieser Artikel ist im Altdorfer Adler, Ausgabe 1/2025 erschienen:
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Adler - Ausgabe Frühling 2025 (PDF, 9.21 MB) | Download | 0 | Adler - Ausgabe Frühling 2025 |