Der Gemeinderat hat das Altdorfer Siedlungsleitbild offiziell beschlossen. Auf dieser strategischen Basis geht Altdorf in den kommenden Jahren die Gesamtrevision der kommunalen Nutzungsplanung an.

Das Siedlungsleitbild ist ein behördenverbindliches Instrument, mit dem der Gemeinderat die strategischen Leitplanken für die räumliche Entwicklung in den kommenden 10 bis 15 Jahren setzt. Für die Erarbeitung dieses Leitbilds hat Altdorf einen breiten, partizipativen Prozess durchgeführt, bei dem Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Bau, Energie & Umwelt, Gewerbe, Landwirtschaft und Gesellschaft, Schülerinnen und Schüler sowie die Altdorfer Bevölkerung die Möglichkeit hatten, sich einzubringen. Im Juni 2025 hat der Gemeinderat das Siedlungsleitbild offiziell beschlossen. 

Das Leitbild wie auch der Mitwirkungsbericht können unter Formulare und Dokumente eingesehen und heruntergeladen werden. Eine Broschüre, die vom renommierten Altdorfer Illustratorenduo Lina Müller & Luca Schenardi gestaltet worden ist, bringt die Kernaussagen des Siedlungsleitbilds der Gemeinde Altdorf auf den Punkt.

Siedlungsleitbild Visual Zentrum
Siedlungsleitbild Visual Park
Siedlungsleitbild Visual Hochhaus

Im Siedlungsleitbild stellt die Gemeinde Überlegungen zur Entwicklung von Wohnraum, Freiraum, Wirtschaft und Verkehr an. Illustration: Lina Müller & Luca Schenardi.

Was ist ein Siedlungsleitbild?

Das Siedlungsleitbild ist die strategische Grundlage der Gemeinde für die nachfolgende Nutzungsplanungsrevision von Altdorf. Grundsätzlich geht es darum, die Entwicklung des Siedlungsgebiets zu steuern. Die Gemeinde Altdorf will eine Zukunftsvorstellung über die langfristige Entwicklung erarbeiten. Die vorrangigen Ziele dabei sind unter anderem:

  • Werte, Qualitäten und Potenziale in den einzelnen Ortsteilen zu identifizieren und anhand konkreter Visionen nachhaltig weiterzuentwickeln;
  • das Bevölkerungswachstum und dessen Auswirkungen auf die Infrastruktur abzustimmen und gleichzeitig eine hohe Lebensqualität zu wahren;
  • den historischen Ortskern zu stärken und mit dem Entwicklungsschwerpunkt Bahnhof zu verknüpfen;
  • das Angebot an Arbeitsplätzen zu erhalten und gute Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung der Betriebe zu schaffen.

Wie ist der Prozess verlaufen?

Der Prozess wurde von einer Ortsplanungskommission mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Bau, Energie & Umwelt, Gewerbe, Landwirtschaft und Gesellschaft begleitet, damit eine gewisse Bandbreite von Meinungen und Interessen von Anfang an abgedeckt ist.

Die Projektleitungsgruppe - bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Fachbüros und der Bauabteilung – und die Ortsplanungskommission haben sich 2024 intensiv mit der Analyse einzelner Ortsteile befasst und die Ergebnisse der Ortsteilanalyse im Juni 2024 an einer öffentlichen präsentiert und zur Debatte gestellt. Es wurden erste Thesen zur Stossrichtung der zukünftigen räumlichen Entwicklung vorgestellt und mit dem Publikum diskutiert.

Auf Basis dieser Rückmeldungen hat das Fachbüro den Analysebericht zu den einzelnen Ortsteilen finalisiert und im Rahmen von verschiedenen Fachgruppengesprächen verfeinert. Im November 2024 hat der Gemeinderat die finalisierte Ortsteilanalyse publiziert. 

Fachgruppengespraech siedlungsleitbild

Der damalige Gemeindepräsident Pascal Ziegler informiert am ersten Fachgruppengespräch über den Prozess zum Siedlungsleitbild.

Im Januar 2025 hat der Gemeinderat an einer Infoveranstaltung den Entwurf des Siedlungsleitbilds präsentiert und diesen in die öffentliche Vernehmlassung gegeben. Die Ergebnisse des Mitwirkungsverfahrens sind in das Siedlungsleitbild eingeflossen und wurden am 4. Juni 2025 im Rahmen einer Ergebniskonferenz präsentiert. Der Anlass bildete zugleich den Schlusspunkt des öffentlichen Partizipationsverfahrens. Am 30. Juni 2025 hat der Gemeinderat das Siedlungsleitbild offiziell beschlossen.

Auf dieser Basis ist nun die Revision der Nutzungsplanung gestartet, die wiederum drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen wird. Der revidierte Nutzungsplan wird im Gegensatz zum Siedlungsleitbild von der Gemeindeversammlung genehmigt und vom Regierungsrat erlassen.

Welches sind die Massnahmen und Gefässe der öffentlichen Mitwirkung?

Es war der Wille des Gemeinderats, dass bereits bei der Erarbeitung des Siedlungsleitbilds eine möglichst breite Mitsprache der Bevölkerung und aller relevanten Akteure garantiert ist. Dazu hat er Gefässe geschaffen, die über den üblichen Rahmen hinausgehen. Die aus der Überlegung, dass sich die anschliessende Nutzungsplanungsrevision erheblich effizienter und schlanker gestalten lässt.

Für die Ortsteilanalyse führte die Projektgruppe Gespräche:

  • mit Grundeigentümern von Schlüsselliegenschaften;
  • mit dem Gewerbe – etwa mit Neues Altdorf oder dem Gewerbeverein Altdorf Regio;
  • zudem haben auch Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, ihre Sichtweise einzubringen: 2024 fand eine Kinderkonferenz statt, ein geeignetes Gefäss für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe wurde ebenfalls geschaffen.

Alle Interessierten konnten zudem ihre Anliegen phasengerecht per E-Mail einbringen. 

An öffentlichen Informationsveranstaltungen haben die Bürgerinnen und Bürger von Altdorf die Möglichkeit erhalten, die Analyse und den Handlungsbedarf in den einzelnen Ortsteilen zu beurteilen sowie die Stossrichtung zu diskutieren.

Im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung zum Entwurf des Siedlungsleitbilds vom 13. Januar bis zum 23. Februar 2025 konnten die Bevölkerung, Parteien, Organisationen wie auch die Nachbarsgemeinden die Möglichkeit formell Stellung nehmen.

Zudem war die Gemeinde bemüht, den Prozess so transparent wie möglich zu gestalten, und informierte regelmässig auf der Website, über Social Media-Kanäle oder den Altdorfer Adler über den Stand der Dinge.