Altdorf ist in Bewegung. Mit der Eröffnung der Begegnungszone im Herbst 2025 ist ein wichtiger Schritt für eine nachhaltigen Entwicklung des Kantonshauptorts geschafft. Doch dies ist erst der Anfang eines Prozesses, der drängende Herausforderungen wie den Strukturwandel in Gastro und Gewerbe, die touristische Entwicklung oder die Gestaltung des Nachtlebens im Ortskern angehen will. 

Altdorf besitzt eine unbestrittene Rolle als Kantonshauptort, ringt aber mit seiner Anziehungskraft als Regionalzentrum: Die Einkaufsnutzung schwindet und hat sich in die Einkaufszentren der Nachbargemeinden, die Gewerbegebiete und ins Internet verlagert. Der zentrale Lehnplatz hat Mühe, eine ausreichende Nutzungsdichte zu finden, trotz Parkplätzen und Erreichbarkeit. 

Auch im Tourismus tut sich Altdorf schwer, mehr zu bieten als einen kurzen Fotohalt am Telldenkmal. Dabei wäre mehr zu sehen und zu erleben - etwa die Sakralbauten, die den Ort  schmücken und prägen. Auch die Auszeichnung mit dem Wakkerpreis zeigt, dass Altdorf über eine besondere Baustruktur verfügt. Und nicht zuletzt die Geschichte des Kantons Uri mit seiner Rolle als Gotthardkanton und Zelle der Urschweiz ist bieten ein Potenzial, das es zu nutzen gilt.

Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat im Rahmen des Projekts «Altdorf neu erfinden» eine Aussenperspektive in Auftrag gegeben. EspaceSuisse, der Schweizer Verband für Raumplanung und Umweltfragen, zeigt in der «Stadtanalyse 2025» auf, wo im Altdorfer Zentrum Potenziale brachliegen, und liefert Denkanstösse für die zukünftige Entwicklung. 

Auf dieser Basis wird eine Begleitgruppe, bestehend aus Altdorfer Bürgerinnen und Bürgern, zentralen Akteuren aus den Bereichen Gewerbe, Gastronomie, Kultur und Tourismus sowie Grundeigentümerinnen und -eigentümer, in den kommenden Monaten ein Zukunftsbild für das Altdorfer Zentrum erarbeiten.   

In einem nächsten Schritt soll eine Nutzungsstrategie entwickelt werden, die konkrete, realisierbare und
zielgerichtete Massnahmen zur Weiterentwicklung des Altdorfer Zentrums definiert. Die Nutzungsstrategie soll Antworten auf folgende Fragen liefern: Wie soll sich der Ortskern entwickeln? Welche Rolle spielen Gewerbe, Strassenräume, Grün- und Freiflächen sowie die Wohnnutzung? Wie soll mit leeren Erdgeschossen, hohen
Mietpreisen oder Investitionsstau umgegangen werden? Wer kann welchen Beitrag leisten, um den Ortskern zu beleben?

Dem Gemeinderat ist wichtig, dass die Bevölkerung und relevante Akteure in diesem Prozess miteinbezogen werden und die Strategie und Massnahmen schlussendlich von diesen Akteuren mitgetragen wird. Auf diese Weise kann sich Altdorf nachthaltig weiterentwickeln. 

Das Projekt wird von CYCLOconsulting GmbH und EspaceSuisse begleitet und durch einen Beitrag der Neuen Regionalpolitik (NRP) durch Bund und Kanton unterstützt und soll im Zeitraum 2026/2027 umgesetzt werden.