Der Schweizer Heimatschutz (SHS) zeichnet Altdorf mit dem Wakkerpreis 2007 aus. Der Hauptort des Kantons Uri erhält den Preis für seine klare, landschaftsverträgliche Raumentwicklung und die erstaunliche Vielzahl gelungener Neubauten und Sanierungen. 

Seit 1972 vergibt der Schweizer Heimatschutz jährlich einer politischen Gemeinde den Wakkerpreis für vorbildliche Leistungen in der Siedlungs- und Ortsbildentwicklung. Eine Fachkommission evaluiert jedes Jahr zahlreiche Gemeinden und stellt deren Engagement für Baukultur in einen landesweiten Vergleich. Basierend auf dem Vorschlag der Kommission bestimmt der Zentralvorstand des Schweizer Heimatschutzes den Preisträger. 

Wakkerpreis Schulhaus St Karl

Die erweiterte Schulanlage St. Karl mit ihrem grosszügig gestalteten Pausenplatz (Bild: Schweizer Heimatschutz SHS). 

Wirkungsvolle Steuerungselemente

Für 2007 fiel der Entscheid auf die Gemeinde Altdorf, die durch ihre vielseitigen, von Qualität geprägten Tätigkeiten abseits des berühmten Teildenkmals überzeugte. Altdorf engagiert sich mit wirkungsvollen Steuerungselementen für eine klare, landschaftsverträgliche Raumentwicklung. Basierend auf dem Leitbild des Gemeinderates von 2006 wird zusammen mit den Nachbargemeinden und dem Kanton eine massvolle bauliche Entwicklung angestrebt. Wichtige Planungsmittel sind Kernzonen- und Quartierrichtpläne, Wettbewerbe und Studienaufträge. Ein gut besetztes Fachgremium beurteilt zudem die Bauvorhaben in der Kernzone. Die hohen Anforderungen an die architektonische Qualität zeigen sich sowohl in einer Vielzahl von Projekten, welche die Gemeinde selber realisiert hat, als auch bei zahlreichen privaten Vorhaben, deren gute Gestaltung gefördert wurde.

Gelungene Beispiele

Eine der gelungenen Realisierungen der letzten Jahre ist der Umbau und die Erweiterung der Schulanlage St. Karl. Aus einem Projektwettbewerb gingen die Architekten Lussi + Halter mit dem Landschaftsarchitekten Stefan Koepfli als Sieger hervor. Es entstand eine selbstverständlich erscheinende Ergänzung des bestehenden Schulhauses von 1953, die sich harmonisch in die Hofumfassung des angrenzenden Frauenklosters einfügt. Ein grosszügiger Kiesplatz ist sowohl Pausenplatz wie auch öffentlicher Platz - eine geglückte Hervorhebung des öffentlichen Raums am Übergang vom Dorf zur Landschaft. Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel ist die Renovation des 1550 erbauten Suworow-Hauses, die auf einen von der Gemeinde mitinitiierten Studienauftrag zurückgeht. Die 2005/06 erfolgten Arbeiten unter Leitung von Werner Furger und André Meyer nahmen viel Rücksicht auf die herausragende originale Bausubstanz. Ein neuer Treppenhausturm in Sichtbeton wurde zum sichtbaren Zeichen für die Wiederbelebung eines der bedeutendsten Gebäude des Kantons.

Das Mauersanierungsprojekt ALMAUSA

Besonders hervorzuheben sind die grossen Anstrengungen, welche Altdorf rund um das Projekt «ALMAUSA» unternommen hat: Die Natursteinmauern, welche das Dorf auf einer Gesamtlänge von rund 16 Kilometern durchziehen, sind ein charakteristischer Teil des Ortsbilds. Ihnen drohte der Zerfall, bis die Gemeinde in einem schweizweit einzigartigen Projekt die Sanierung von rund acht Kilometern dieser Mauern erwirkte, wobei die Finanzierung durch die öffentliche Hand, den Fonds Landschaft Schweiz und die Grundstückseigentümer (20 Prozent) erfolgte. In einer zweiten Etappe wird nun die Sanierung der Trockensteinmauern in der Umgebung angepackt. Die Wakkerpreis-Gemeinde Altdorf setzt sich somit weiterhin beispielhaft für eine nachhaltige Pflege des Ortsbilds ein.

Wakkerpreis Suworow Haus
Wakkerpreis ALMAUSA Kulturkloster

Altdorf kümmert sich auch um seine Vergangenheit: links das renovierte Suworow-Haus, rechts ein Teil der instand gestellten historischen Natursteinmauern des 15. Jh. (Bilder: Schweizer Heimatschutz SHS).