Adler Herbst 2026
Revision Nutzungsplanung: Altdorf hat Qualitäten, die es zu fördern gilt
Altdorf hat Qualitäten. Die Kleinstadt mit den charakteristischen historischen Natursteinmauern ist denn auch Wakkerpreisträgerin.
«Mir gefällt, dass Altdorf sehr viel auf engem Raum bietet: Kulturveranstaltungen, Seen und Berge – alles in Velodistanz», sagt die Altdorferin Eveline Müller. «Und trotzdem bin ich mit dem ÖV in 35 Minuten in Luzern oder Bellinzona.»
Einen erheblichen Einfluss auf diese Qualitäten hat die Nutzungsplanung. Zonenweise legt sie fest, wo gearbeitet, gewohnt oder Landwirtschaft betrieben wird. Die aktuelle Nutzungsplanung von Altdorf ist über zehn Jahre alt. Nun erarbeitet eine Ortsplanungskommission die Grundlagen für eine Gesamtrevision. Die Kommission setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Energie und Umwelt, Gesellschaft, Landwirtschaft, Gewerbe oder auch Architektur und Bau zusammen. Auch Eveline Müller ist Teil der Kommission.
Aufgrund ihrer beruflichen Nähe zum Thema – sie leitet in der Gemeinde Schwyz den Bereich Planung, Umwelt und Energie – ist sie zudem Teil der Kerngruppe, die zusammen mit den Fachplanungsbüros die Unterlagen für die Ortsplanungskommission vorbereitet. «Wir analysieren, wo die bestehende Bauordnung und Zonierung heute Sinn machen und wo es Anpassungen braucht», erklärt Eveline Müller. «Das geht bis hin zur erlaubten Gebäudehöhe in der jeweiligen Zone. Unsere Leitfrage dabei ist, wie wir eine hohe Aufenthaltsqualität und neuen Wohnraum schaffen können.»
«Es macht wenig Sinn, wenn ich von meiner Wohnung aus zuerst 15 Minuten mit dem Auto fahren muss, um beispielsweise mit den Kindern oder dem Hund spazieren zu gehen. Wir versuchen daher in der Planung auch den Verkehr, der generiert wird, mitzubedenken.»
Eveline Müller, Mitglied der Ortsplanungskommission
Als strategische Leitplanke dient das Siedlungsleitbild. Zudem ist Altdorf verpflichtet, Eckpunkte des nationalen Raumplanungsgesetzes (RPG 1) abzubilden, etwa die Stärkung der Siedlungsentwicklung nach innen: «Ein Ziel ist, die bestehenden Bauzonen besser auszunutzen», betont Eveline Müller. «Damit die Qualität stimmt, ist aber auch die Umgebungsgestaltung wichtig. Es macht wenig Sinn, wenn ich von meiner Wohnung aus zuerst 15 Minuten mit dem Auto fahren muss, um beispielsweise mit den Kindern oder dem Hund spazieren zu gehen. Wir versuchen daher in der Planung auch den Verkehr, der generiert wird, mitzubedenken.»
Eveline Müller gefällt die Arbeit in diesem Gremium, auch wenn sie dafür Freizeit opfert: «Der fachliche Austausch ist sehr spannend für mich. Zudem bin ich motiviert, mit meinem Beitrag die raumplanerische Zukunft von Altdorf für die nächsten fünfzehn Jahre mitzugestalten.»
Sie wünscht sich, dass auch möglichst viele Altdorferinnen und Altdorfer im Prozess mitwirken. Von Seiten der Gemeinde sind mehrere öffentliche Veranstaltungen geplant. Zum Entwurf der Nutzungsplanung ist im Frühsommer 2027 eine Mitwirkung vorgesehen. Die öffentliche Auflage in der zweiten Jahreshälfte 2028 bietet eine weitere Mitsprachemöglichkeit. Schlussendlich wird die revidierte Nutzungsplanung 2029 an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung beschlossen.
Teilrevision Nutzungsplanung Stoffelmatte
Parallel zur Gesamtrevision will der Gemeinderat mit einer vorgezogenen Teilrevision der Nutzungsplanung auf der Stoffelmatte die raumplanerischen Voraussetzungen für eine öffentliche Parkanlage sowie für dringend benötigten Schulraum schaffen. Die öffentliche Mitwirkung läuft noch bis am 2. Oktober 2026.
Altdorf als Lebensraum birgt vielerlei Qualitäten. Ein Kernziel der Gesamtrevision der Nutzungsplanung ist es, die Bauzonen besser auszunutzen – und dabei speziell die Umgebung so zu gestalten, dass diese der Bevölkerung viel Lebensqualität bietet.
Bilder: Angel Sanchez & Valentin Luthiger (Drohnenaufnahmen)